Interview mit Patrick Stelzmüller,
aufgewachsen im Norikum (Asten)

Patrick ist im Astner Norikum aufgewachsen

Patrick, wie war dein Leben, in ein paar Sätzen, vor deiner Bekehrung?

 Ich hab grundsätzlich ein sehr lustiges, umtriebiges Leben gehabt. Ich und meine Brüder waren im Norikum bekannt. Einige meiner damaligen Kameraden sind später im Gefängnis gelandet. Als ich dann in Linz wohnte, war ich viel unterwegs, hab Party gemacht und getrunken, gekifft und auch andere Drogen genommen. Ich wollte immer alles ausprobieren. Das Christentum war für mich – obwohl ich ein paar Jahre Ministrant in der Pfarre Asten war – uninteressant. Das war für mich einfach gegessen, unspannend – Hakerl und ab.

 Dann hast du deine Ausbildung zum Hörgeräte-Akustiker gemacht?

Meine Ausbildung begann 2010, aber ich war nicht besonders glücklich in meiner Arbeit, mein Umfeld war nicht gut. So hab ich in die Finanzwelt gewechselt, wurde Versicherungsmakler. Hab dann auch den Meister in Vermögensberatung gemacht, war Geschäftsstellenleiter eines Finanzvertriebs. Aber mein Leben war immer noch sehr oberflächlich.

 Was ist dann passiert? Wie kommt es, dass du heute eine völlig andere Einstellung zum Glauben und zum Leben hast?

 Ich hab damals einen mittlerweile sehr guten Freund kennengelernt. Viele interessante Gespräche und etwa zwei Jahre später kam ich drauf, dass er und seine ganze Familie christlich waren – für mich total unverständlich. Seine Mutter hat mich zu einem Alpha Kurs bei einer Freikirche in Linz eingeladen. Anfangs habe ich abgelehnt. Aber dann meinte auch mein Freund: „Was ist eigentlich los mit deinem Leben? Das ist doch ein völliges Chaos!?“ 

Er glaubte, Alpha würde mir gut tun. Daraufhin sagte ich: Ok, wenn ich Zeit finde, schau ich es mir einen Abend an. Und obwohl ich Donnerstagabend eigentlich immer andere Dinge vorhatte, sind lustigerweise diese Termine immer ausgefallen, so dass ich auch wirklich hingehen konnte. Ab dem vierten oder fünften Mal war dann für mich eh klar, ich mach weiter: das Essen war gut, die Gemeinschaft toll! 

Mein Leben war damals ein Durcheinander, ich war ein Getriebener. Und auf einmal sitz ich da auf dieser Stoffcouch und erlebe den totalen Frieden. Die Welt um mich war plötzlich stumm geworden, es war mir ganz leicht, und ich wusste: alles ist gut. Zum ersten Mal konnte ich sein, wer und wie ich bin. Und ich hab gebetet: Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann find ich das cool. Ich bin dankbar für dieses Gefühl, und falls du das bist, dann gib mir das bitte öfter. Das waren so meine ersten Schritte.

 Wie lange ist das jetzt her?

 Das war 2017, vor vier Jahren. Das war aber noch nicht der Punkt, wo ich gesagt hab, ich glaub sofort an Jesus und richte mein Leben nach ihm aus – das kam erst später.

 Also war es eher ein Prozess?

 So ist es. Es brauchte viele Gespräche, viele weitere Schritte. 2018 zum Beispiel, da hab ich Hilfe bei einer Bekannten gesucht. Sie fragte mich: Hast du dein Leben schon Jesus übergeben? Ich war ganz baff: das hatte ich nie! Und so sprach ein Bekannter mit mir ein Übergabegebet, und ich hab mein ganzes Leben Jesus anvertraut. 

Zwar fühlte ich mich danach nicht wirklich anders, aber als ich am Tag darauf überhaupt nicht schlafen konnte – ich hatte so einen krassen, intensiven Traum, dass ich weinend und schweißgebadet aufgewacht war – nahm ich die Bibel, die ich geschenkt bekommen (aber nie geöffnet hatte), schlug sie irgendwo zufällig auf und bekam durch Jesaja 44 eine klare Antwort. In meinem Traum war ich in meinem früheren Kinderzimmer gewesen, angefüllt mit ganz viel Mist und Müll, aber dann öffnete sich die Tür und ein Freund (oder war es Jesus?) in einer goldenen Rüstung reichte mir die Hand und zog mich heraus. 

Nach diesem Traum und dem Bibelwort hat sich mein Leben völlig verändert: Ich wusste, ich bin errettet. Meine Beziehung zu Jesus hat sich gefestigt.

 Denkst du, deine Reise im Glauben ist zu Ende? Ist Gott schon fertig mit dir? Was kann man tun, um in der Beziehung mit ihm zu wachsen?

 Ich glaube das Wichtigste ist, offen zu sein und Jesus die Zügel in die Hand zu geben. Und ich weiß, dass Gott definitiv nicht fertig ist mit mir. Ich hab eigentlich mehr das Gefühl, es geht gerade erst los. Gott hat mich erst kürzlich wieder aus so viel Mist herausgeholt – ich hatte z.B. einen schweren Bergunfall am Jahresende, bin über 100 m abgestürzt, ich hätte tot sein können. Oder auch als ich vor kurzem um eine neue Arbeit gebetet habe, und innerhalb von zwei Wochen trotz vierwöchiger Kündigungsfrist eine neue Studienmöglichkeit für einen sozialen Beruf bekam: Gott ist einfach so genial!

 Also bleibt es spannend…?

 Ja, merke dass ich immer mehr Freude in mir habe, dass mein Pessimismus weniger wird. Ich baue mein Vertrauen auf Gott, weil ich weiß, dass es mir so besser geht. So eine Aussage hätte ich mir vor drei, vier Jahren niemals erdenken können. Früher hätte ich jedem den Vogel gezeigt, der mir sowas sagt. Ich dachte, Gott gibt es nicht! Aber mittlerweile sitze ich hier, und für mich ist das eine Gewissheit im Glauben, es gibt mir Ruhe und Frieden. Jesus gibt mir Kraft. Und jetzt lade ich selber alle zu Alpha ein, damit sie das auch erleben können.

 Super, danke Patrick für das Gespräch! Ich hoff du kommst uns weiter in Asten besuchen.

Ja sicher, ich komm gerne. Zum einen wohnt ja meine Mama noch hier, zum anderen weil sich hier so viel tut und man in der Kirche Gemeinschaft erlebt!

Patrick beim Interview mit P. Thomas im Pfarrgarten
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